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12 years ago @ Uni ohne Arndt - Prof. Ulrich Puritz un... · 1 reply · +1 points

da kann man nur sagen...so einfach geht das nicht....
Glücklicherweise sind die Dinge - Arndt, Grundig und Kommunismus - komplexer als gedacht, gut das zu erkennen, aber dann schlicht unwissenschaftlich, unreflektiert und respektlos hier mit schwarz-weiß malenden Kommunismus/Antikommunismus Begriffsschemata umher zu schmeißen, entspricht undifferentierter post-sozialistischer Polemik. Was ist den der wahre Kommunismus? - Der Staat, der sich so nennt und gleichzeitig seine Bürger einsperrt und an der innerdeutschen Grenze einfach abknallt, alle Anderen unter Generalverdacht stellt und durch die Stasi überwachen läßt, von Presse- , Rede und Meinungs/ Wahlfreiheit noch ganz zu schweigen? Haltet Ihr das wirklich für den richtigen Kommunismus? Die DDR war doch im kommunistischen Sinne der Antikommunismus selbst. Dass man trotzdem schöne Erinnerungen und Leben mit dieser Zeit und deren Bedingungen verbinden kann, sei unbenommen, aber seid doch realistisch!
Und jeder der dies kritisiert, indem er es benennt, läuft Gefahr, öffentlich in "Schwarzer-Kanal-Rhetorik" denunziert zu werden. Und in Bezug auf die zumindest propagierte Kunst des DDR-Systems - den Sozialistischen Realismus - gilt es festzuhalten, dass diesem eine klare gesellschaftliche Funktion innerhalb dieses konstruierten Systems zugetragen wurde und folgt damit einem alten instrumentalisierenden missionarischen Ritual, den auch die Religion den "Kunstbildern" zusprach, nämlich ein bestimmtes "Bild der Gesellschaft" zu erzeugen, das es so nicht gibt, aber - und hier kommt die Gehirnwaschanlage in Spiel - das Bild, lange genug vorgehalten, inszeniert und infiltriert, irgendwann glaubhaft wird. Die gleiche Methode wie bei Werbung.
Sicher, es darf nicht um Polemik gehen - es gilt genau hinzuschauen - auf die Politikerin Lea Grundig, die in ihrer Machtposition innerhalb eines totalitären Staates maßgebliche Entscheidungen getroffen haben muss und deren Konsequenzen - darum geht es Puritz - schon in der Sache/ im Ansatz selbst begründet liegen und /aber auch benannt werden müssen - und dies gilt es zu untersuchen und zu belegen - und hinzuschauen auf die Künstlerin Lea Grundig, auf ihre Bilder, wie "der Sozialismus siegt" gegenüber Arbeiten vor und während des 2. WK, in denen sie das erlebte Leiden darstellen wollte, und zu überlegen, was sie uns HEUTE noch sagen können...

die Kunst ist frei und es ist im GG verankert...das war nicht immer so.

12 years ago @ webMoritz.de - Bewegung in Debatte um... · 2 replies · +1 points

Es ist in der Tat gewissermaßen begrüßenswert, dass eine Ausstellung mit künstlerischen Arbeiten von Lea Grundig gezeigt wird, denn letztendlich reden wir über den heißen Brei, ohne ihn zu kosten ...und jeder könnte die Arbeiten auf sich wirken lassen, wie "Der Sozialismus siegt" ...

Nicht zu vergessen ist dabei, dass, in einem totalitären System, was die pseudo-sozialistische Republik DDR war, die Übernahme "gesellschaftlicher Verantwortung" in dieser Machtposition, welche Lea Grundig einnahm, gleichbedeutend mit gesellschaftlicher Unverantwortung, Ausübung von Kontrolle und Repression gegenüber Kritikern und Kritik ist...das reicht...

unbestritten bleibt dabei: Lea Grundig ging es um die Darstellund des Leidens durch den 2.WK und das ist anerkennenswert...
brücksichtigt werden sollte aber in punkto "Judentum", dass Lea Grundig sich von dem orthodox-jüdischen Religionsvorstellungen in ihrer Familie distanzierte und so weniger gut als "die" jüdische Künstlerin taugt, weder noch, dass die Hans und Lea Grundig -Stiftung eine "Jüdische Stiftung" wäre...!

und PS...Lea Grundig war keine Malerin!...sondern eine Grafikerin...also bitte erstmal hingucken, worum es geht...

12 years ago @ webMoritz.de - Bewegung in Debatte um... · 0 replies · +3 points

...soviel kommunistischen Unsinn habe ich auch schon lange nicht mehr gehört...läuft hier die Aktuelle Kamera?

aber so kommen wir nicht weiter, uns am Gegenstand vorbei mit Unterstellungen und Abwertungen zu bewerfen...

Fakt ist, dass der Aspekt von Lea Grundigs politischer Tätigkeit und Funktion in der DDR in dem zusammengeschraubten Artikel vom Moritz fehlten...

Unbestritten bleibt dabei und auch bei dem Artikel von Prof. Puritz, dass Lea Grundig Antifaschistin, Jüdin usw. gewesen ist und in einer anderen Zeit mit anderen Bedingungen gelebt hat. Aber Sie war eben auch eine Kommunistin, die einem Antikommunismus mit Titel DDR nicht nur diente, sondern auch als Funktionärin lenkte. Man kann sicherlich ein ernsthafter Kommunist sein, ohne Andersdenkende zu denunziieren - so wie auch hier leider gleich andere Positionen zerrissen werden.
Aber wir haben es hier auch mit einem Schwarzen Loch der Geschichte zu tun - verläßliche Dokumente gibt es kaum, offizielle Verlaufsdokumente sind Schönschreibungen der DDR Geschichte, selbstkritische Reflektionen wird es in Autobiografien in Bezug auf "Beweise" kaum geben.
Klar ist aber auch, dass der Künstlerverband der DDR, dem Lea Grundig 6 Jahrelang vorstand, und das Kunstverständniss - wie auch immer man es bezeichnet - welches er durchsetzte, präsentierte und selektierte, ein Machtinstrument des politischen Systems der DDR war und ein "Bild" erzeugen sollte, dass zumindest keine Kritik der Verhältnisse zuließ. Wie auch immer und mit welchen Intentionen in einer anderne Zeit - denn "nach dem 1.WK" und Mitte der 60iger Jahre im geteilten Deutschland sind historisch und politisch völlig verschiedene Interesselagen - der "sozialistische Realismus" entstand, er war KÜNSTLICHES künstlerisches Leitbild eines ideologischen Systems, das es als Selbsterhaltung und Selbstinszenierung benötigte. Auch ein Leitungskader wie Lea Grundig ist nicht ohne "Leistungen" im politischen System dahingekommen und kann sich von dieser Ideologie und ihrem gleichzeitigen Ausschluß andersartiger, freier oder kritischer Kunst und Künstler nicht freisprechen.
In einem anderen Bereich - im Sport - und das ist mittlerweile commen sense - hat die politische Führung der DDR "systematisch" gedopt - auch am Wissen und Willen der Sportler vorbei - , um Leistungen und Erfolge der Sportler zu ermöglichen und so internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung illegal einzuheimsen - dies soll nicht die ehrlichen und tollen Leistungen von Sportlern schmählern und ich selbst kenne auch die Begeisterung und den Stolz, den die Erfolge ausgelöst haben - aber er kann trügerisch sein.
Die Diskussion ist dennoch wichtig - genauso wie bei Arndt - für die noch nötige geschichtliche Aufklärung zu sorgen und nicht bei einer Ver-klärung hängen zu bleiben. Denn das System der DDR war ein Wolf im Schafspelz, in dem man es sich sehr gemütlich machen konnte, wenn man mitmachte, der aber ziehmlich bissig wurde - Schußanlagen, Schießbefehl, Stasiüberwachung usw. - wenn jemand nicht so wollte, wie er sollte.

Die Freiheit der Kunst ist unantastbar..und das ist gut so...und es ist im GG verankert...und das ist noch besser.